Kryogene Leistungselektronik
Motivation
Zu sehr tiefen Temperaturen hin reduzieren sich die Verluste vieler Leistungshalbleiter und Leitermaterialien drastisch. Dies bietet sehr großes Potential zur Erhöhung der Leitungsdichte und Effizienz leistungselektronischer Wandler.
Herausforderungen
Für die Dekarbonisierung der Luftfahrt sind Leistungswandler mit höchster Effizienz und gravimetrischer Leistungsdichte erforderlich. In Zukunft wird flüssiger Wasserstoff als Treibstoff für kommerzielle Flugzeuge verwendet werden.
Kryogene Leistungselektronik kann hier mehrere Herausforderungen lösen: Zum einen muss der im Flugzeug vorhandene, flüssige Wasserstoff verdampft und aufgeheizt werden, um ihn in der Brennstoffzelle zu verstromen. Zum anderen muss die elektrische Energie der Brennstoffzelle mit minimalen Verlusten für den Antrieb gewandelt werden, wobei die Leistungswandler im Flugzeug möglichst leicht sein müssen. Durch kryogene Kühlung können Leistungswandler mit höherer Effizienz und reduziertem Gewicht gebaut werden. Zudem helfen die verbleibenden Verluste in der Leistungselektronik, den gasförmigen Wasserstoff für die Brennstoffzelle vorzuheizen.
Die Herausforderungen im Bau kryogener Leistungswandler sind dabei jedoch vielfältig: Sowohl die Auswahl der geeigneten Bauelemente, Materialien und Kühlkonzepte als auch die Berücksichtigung thermo-mechanischer Spannungen und der gesamte Systementwurf müssen speziell auf kryogene Temperaturen abgestimmt sein.
Forschungsthemen
- Umfassende Charakterisierung von Materialien, Bauelementen und Komponenten der Leistungselektronik unter dem Einfluss kryogener Temperaturen bis -193°C
- Entwicklung von Aufbautechniken und innovativen Modullösungen für den Einsatz in kryogener Umgebung
- Entwicklung von hocheffizienten, ultraleichten leistungselektronischen Wandlern und Systemen mit kryogener Kühlung